Hier ist der zweite Teil von Jessicas Blogbeitrag darüber, “was es bedeutet “fett” zu sein”. Hier gehts zum ersten Teil.
Da mir die Sache keine Ruhe ließ, wollte ich mich (fest entschlossen) am nächsten Tag mal wieder auf die Waage stellen. Auge in Auge mit meinem größten Feind. Doch so wie es auch manchmal im richtigen Leben ist, nämlich wenn Stille mehr sagt, als jedes gesprochene Wort, war es auch an diesem Morgen. Denn die Waage zeigte mir keine Zahl, nur drei ernüchternde Querstriche. Was in diesem Fall entweder darauf hindeutete, dass die Waage kaputt ist, oder dass mein Gewicht einfach über dem maximalen Höchstgewicht von 150 Kilo lag. Ersteres wäre mir definitiv lieber gewesen. Also bin ich los, mir eine neue Waage kaufen – maximale Belastung diesmal 200 Kilo. Allein der Kauf der Waage an der Kasse war Hölle für mich. Zuhause angekommen, stellte ich mich sofort drauf und ja, Schockmoment meines Lebens würde ich es mal bezeichnen. Drei knallharte Zahlen. 175. 175. 175. Einhundertfünfundsiebzig Kilo. Ach du meine F*****. Das konnte doch nicht ernsthaft richtig sein. Das war wohl der Moment, in dem ich mir nichts mehr schön geredet habe, keine Ausreden mehr gesucht habe, sondern einfach nur meine rosarote Brille abgesetzt habe. Das war wohl der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Denn eines wusste ich ab diesem Moment schlagartig
„Verdammt, Jessica. Du musst was tun – und zwar sofort!“.